Erstes Mal auf einer Feier

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit bei einer Familienfeier viele Fotos machen zu können. Ich konnte somit die theoretischen Erkenntnisse einmal in der Praxis ausprobieren. Wie zu erwarten, gab es nicht nur neue Erfahrungen für mich, sondern auch viele neue Fragen, für die ich nun nach Antworten suchen werden. Ich hatte völlig unterschätzt, wie stressig das Fotografieren bei einer Feier sein kann. Das liegt einfach darin, dass alles im Fluss ist. Sich Situationen ständig ändern und man somit sehr spontan reagieren muss. Das ist nicht so einfach, wenn man wie ich, immer noch mit den Tücken der Technik kämpft.  :-)

Seit Kurzem besitze ich den SB700 der Fa.Nikon. Folglich kam dieser neue Blitz natürlich ausgiebig zum Einsatz. Generell bin ich sehr zufrieden mit dem Blitz, da er in vielen Fällen so funktioniert, wie ich es mir vorstelle. Das heißt, er wird auf die Kamera gesteckt, eingeschaltet und die Lichtstärke des Blitzes passt sich automatisch der Situation an. Wenigstens ein Punkt, um den man sich nicht kümmern muss. Je nach Geschmack, muss man die Blitzleistung bis zu einer Blendenstufe reduzieren. Auch funktioniert die Automatik bei Außenaufnahmen und Gegenlichteinsatz sehr gut. Bei Gegenlichtsituationen dient der Blitz ja dazu die sonst abgeschatteten Gesichter aufzuhellen. Und das klappt im Allgemeinen mit dem SB700 sehr gut.

Weißabgleich in Innenräumen

Jetzt aber zum eigentlichen Einsatz: Es geht um Fotos in Innenräumen. Ich kann es jedem nur empfehlen vor dem ersten Mal, wo man einen Blitz im “Produktiveinsatz” verwendet, ihn ausgiebig zu testen. Das hatte ich natürlich auch getan. Dennoch hatte ich für ca. 50 Bilder mit den Tücken der Technik zu kämpfen, bis ich endlich Bilder machen konnte, mit denen ich zufrieden sein konnte. Ich hatte im Vorfeld gelernt wie wichtig der Weißabgleich sein kann, wenn man Blitzlicht in Innenräumen einsetzt, wo das Umgebungslicht eine deutlich andere Temperatur hat als der Blitz. Das Blitzlicht ist dem Sonnenlicht recht ähnlich. Kerzenlicht oder Leuchtstoffröhren weichen im Farbspektrum deutlich davon ab. Wird jetzt ein Foto geschossen, bei dem sich das Blitzlicht mit einem Licht anderer Farbtemperatur mischt, bekommt man zum einen grauslige Bilder (die Farben sehen merkwürdig aus), zum Anderen lässt sich dies im Nachhinein nicht mehr korrigieren. Als Lösung für dieses Problem gibt es Farbfolien oder farbige Kappen, die über den Blitz gesteckt werden. Das Blitzlicht kann auf diese Weise an das Umgebungslicht angepasst werden. Ich habe daher erst einmal ein paar Probeschüsse gemacht und mir die Bilder angeschaut. Hierzu wurden von mir einfach drei Situationen ausgetestet: Umgebungslicht mit Blitz so wie er ist, Blitz mit einer Farbkappe für Leuchtstoffröhren und Blitz mit Farbkappe für Glühlampen. Im direkten Vergleich gefielen mir die Bilder mit Blitz ohne Farbkappe am Besten. Da habe ich wohl Glück gehabt, dass die Beleuchtung in dem Saal der Temperatur vom Sonnenlicht recht nahe kam. FAZIT: Achtung Weißabgleich!

Indirektes Blitzen

Der Blitz stellt eine sehr kleine Lichtquelle großer Stärke dar. Wenn man mit den Blitz direkt auf Personen ausrichtet, bekommt man diese typischen verblitzten Bilder, die man von den Kompaktkameras kennt. Ursächlich hierfür sind die harten Schatten und großen Kontraste, die durch diesen Blitzeinsatz entstehen. Eine Möglichkeit ein schöneres, weicheres Licht zu bekommen ist das indirekte Blitzen. Hierbei wird der Blitz einfach auf eine Wand oder die Decke gerichtet und das zu fotografierende Objekt über das reflektierende Licht beleuchtet. Dieses Licht ist sehr weich, da nun eine sehr große Fläche als Lichtquelle herhält und es gibt auch keinen rote Augen Effekt. Diese Methode hat natürlich auch mehrere Nachteile, von denen ich gleich mehrere erfahren durfte. Wenn die Oberfläche der Decke oder Wand nicht weiß ist, wird das Blitzlicht durch die farbige Oberfläche verändert, was zu unerwünschten Effekten führen kann. Da in dem Saal die Wände aus farbigen Stein bestanden, blieb für mich nur die Weiße Decke des Saals. Ich habe also den ganzen Abend immer den Blitz zur Decke ausgerichtet und versucht das reflektierende Licht gemäß Einfallswinkel = Ausfallswinkel zur Beleuchtung der Personen zu nutzen. Dies klappt recht gut, wenn die Personen etwas weiter entfernt sind. Wenn man die ISO-Zahl entsprechend hoch einstellt, kann man dann auch sehr schön aus großer Entfernung mit einem 300mm Teleobjektiv Fotos machen. Die Personen fühlen sich dann nicht so sehr beobachtet, merken garnicht, dass sich fotografiert werden und man bekommt sehr schöne natürliche Fotos. Möchte man allerdings Aufnahmen im Nahbereich machen hat das indirekte Blitzen über die Decke einen großen Nachteil: Das Licht kommt steil von oben auf die Personen herab und es gibt wieder unschöne Schatten in den Gesichtern. Wenn man eine weiße Wand im Rücken hat, kann man in so einem Fall diese als Reflektor nutzen, leider hatte ich die Möglichkeit nicht. Für solche Fälle muss ich noch eine Lösung finden. FAZIT: Indirekt Blitzen funktioniert gut, für spezielle Fälle muss aber noch eine Lösung her.

Kameramodus

Nach kurzer Zeit hatte ich mich entschieden die Kamera ausschließlich im Manuellen Modus zu benutzen. Das lag daran, dass die Modi P,A und S der Kamera nur die Wahl einer Belichtungszeit von 1/60 s bei Blitzeinsatz ermöglichen. Auf Feiern bewegen sich die Personen für eine solch lange Belichtungszeit oft zu schnell, so dass eine kürzere Belichtungszeit notwendig sein kann. Im Manuellen Modus kann ich eine Belichtungszeit von 1/200 s wählen. Zum Glück ist die Automatik der Blitzsteuerung gut genug, um immer für korrekt belichtete Bilder zu sorgen. Seitdem habe ich deutlich weniger Angst den manuellen Modus zu nutzen. FAZIT: Bei Innenraumaufnahmen mit Blitz den Manuellen Modus benutzen.

Gruppenbilder

Wir haben noch einige Gruppenbilder gemacht. Dabei darf man nicht vergessen die Blende richtig einzustellen. Den gnzen Tag über habe ich mit möglichst großer Blende fotografiert, was für einzelne Personen gut funktioniert. Nur ist die Schärfentiefe in so einem Fall recht gering. Wenn man allerdings Gruppenfotos macht, muss man darauf achten die Blende nicht zu weit zu öffnen. Die Personen stehen bei Gruppenbildern in mehreren Reihen hintereinander uns schließlich sollen alle schön scharf auf dem Foto abgebildet werden. FAZIT: Bei Gruppenbildern auf die Schärfentiefe achten und Probeschüsse machen.

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